Zu Peptide wird viel diskutiert, selten mit Kontext. Hier stehen zuerst die Grundlagen in geordneter Reihenfolge, danach die praktischen Hinweise.
Geprüft am 2025-07-29. Was noch umstritten ist, wird als umstritten gekennzeichnet.
Krebszellen haben eine hohe Mutations- und Zellteilungsrate. Sie werden ständig auf Überleben und Proliferation selektiert. Während dieses evolutionären Prozesses nutzen die entarteten Zellen grundlegende physiologische Mechanismen, um sich vor der toxischen Wirkung der Chemotherapie zu schützen. Einer dieser Mechanismen ist der Transport (Efflux) von Chemotherapeutika aus der Zelle. In einer Vielzahl von Studien wurde gezeigt, dass der Efflux über die Behandlungsdauer, also über die Anzahl an Therapiezyklen, mit einem Chemotherapeutikum zunimmt. Die Krebszellen exprimieren mehr und mehr Transporter, um die für die Zelle toxischen Substanzen wieder „herauspumpen“ zu können. Für den behandelten Patienten bedeutet dies, dass sein Tumor, oder dessen Metastasen, nicht mehr auf den Wirkstoff ansprechen, weil sich eine Wirkstoffresistenz ausgebildet hat. In der Regel wird dann – wenn vorhanden – ein strukturell anderes Chemotherapeutikum verwendet, das idealerweise für die überexprimierten Transporter kein geeignetes Substrat ist. Grundsätzlich ist die Resistenzbildung bei Krebszellen, aber auch bei mit Viren infizierten Zellen, für den Therapieerfolg ausgesprochen ungünstig. Verantwortlich für den Wirkstofftransport aus der Zelle heraus sind die ABC-Transporter, zu denen auch ABCC11 gehört. Daher auch der Name Multidrug Resistance-Related Protein 8 für ABCC11. Zu diesen Arzneimitteln, die ABCC11 aus der Zelle heraustransportieren können, gehören unter anderem Nukleosid- und Folsäure-Analoga.
Quellen: de.wikipedia.org
Nukleosidanaloga sind beispielsweise das wichtige Chemotherapeutikum 5-Fluoruracil (5-FU) und seine Abkömmlinge Floxuridin und Doxifluridin, sowie Cytarabin, das HIV-Therapeutikum Zalcitabin und der Hepatitis-B-Wirkstoff Adefovir. Zellen, die ABCC11 überexprimieren, können im Vergleich zu normalen Zellen eine etwa dreifach höhere Dosis an 5-FU und Doxifluridin überleben, im Fall von Floxuridin und Adefovir die 5-fache, und bei Zalcitabin gar die 6-fache Dosis. Das Folsäure-Analogon Methotrexat (MTX) ist ebenfalls ein Substrat für ABCC11. Die Verabreichung von 5-Fluoruracil beeinflusst direkt die Expression von ABCC11.
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Bisher (Stand 2013) sind über zehn nicht-synonyme Einzelnukleotid-Polymorphismen (engl. single nucleotide polymorphism, SNP) beim humanen ABCC11-Gen bekannt. Nicht-synonyme SNPs sind Variationen einzelner Basenpaare in einem Gen, die dazu führen, dass im Genprodukt – dem Protein – eine einzelne Aminosäure ausgetauscht wird. Nicht-synonyme SNPs sind eine spezielle Form einer Punktmutation, die gehäuft bei mindestens 1 % der jeweiligen Population auftritt und sich im Genpool dieser Population erfolgreich durchgesetzt hat. Als Polymorphismus bezeichnet man das Auftreten mehrerer Genvarianten innerhalb einer Population.
Quellen: de.wikipedia.org
Eine besondere Bedeutung hat der SNP rs17822931. Bei dieser Mutation ist in Position 538 die Nukleinbase Guanin (G) durch Adenin ersetzt (538G→A). Aus dem ursprünglichen Basentriplett GGG wird dadurch AGG. Während GGG für die Aminosäure Glycin kodiert, kodiert AGG für Arginin. Deshalb wird in Position 180 bei der Proteinbiosynthese im ABCC11-Protein nach der Translation statt Glycin Arginin eingebaut (Gly180Arg). Dieser Aminosäurenaustausch bewirkt, dass eine korrekte posttranslationale N-Glykolisierung von Asparagin in Position 838 und 844 des Proteins im endoplasmatischen Retikulum nicht möglich ist. Dies hat wiederum zur Folge, dass das Protein ‚falsch‘ faltet. Diese Fehlfaltung wird von der Proteinqualitätskontrolle erkannt, das fehlerhafte ABCC11 ubiquitinyliert, das heißt als fehlerhaft markiert, und anschließend im Proteasom abgebaut. Der Einzelnukleotid-Polymorphism 538G→A führt folglich im betroffenen Gen zu einem Funktionsverlust. Das durch die Proteinqualitätskontrolle ausgesonderte Protein wird nicht an der Zellmembran exprimiert. Man spricht in solchen Fällen von einer Loss-of-Function-Mutation (Funktionsverlustmutation). Wie die meisten Loss-of-Function-Mutationen wird auch die Mutation 538G→A rezessiv vererbt. Nachfolgend werden die bisher bekannten Phänotypen des Einzelnukleotid-Polymorphism 538G→A gezeigt. Die anderen nicht-synonymen Einzelnukleotid-Polymorphismen sind wesentlich seltener und vergleichsweise bedeutungslos. Neben den Einzelnukleotid-Polymorphismen ist noch eine Deletion von 27 Basenpaaren in Exon 29 in der Literatur beschrieben.
Quellen: de.wikipedia.org
Peptide wird hier aus öffentlich zugänglicher Fachliteratur zusammengefasst: Definition, Einordnung und die Punkte, die in der Praxis wiederkehren. Angaben ohne Gewähr, keine medizinische Beratung.
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